Podcast: 4 erprobte Tipps: So wirst du geliebt, lieber Rat (Teil 2)

Dies ist Teil 2 meines Artikels Warum ungefragte Ratschläge nicht helfen und wie mit ihnen umgehen.

In Teil 1 geht es um die Wirkung von ungefragten Ratschlägen, darum, warum wir sie geben und wie wir darauf reagieren können.
In Teil 2 erfährst du: Was kannst du stattdessen tun? Wie gibst einen Rat, der mit Freude empfangen wird? (Wenn du Teil 1 gelesen hast, verstehst du auch, warum ich mit dem Rat direkt spreche ;))

Hallo, lieber Rat, wie schön, dass du zurück bist. Ich nenne dich jetzt lieber Rat, ohne den Schlag. Passt das für dich? Was mich interessiert: Hast du schon gute Erfahrungen gemacht als Rat ohne ungefragt?

Wenn du noch einen Schritt weitergehen willst, dann kannst du sicher was mit meinen Tipps anfangen. Ok, da musst du schon wirklich Lust haben, etwas Anderes für dich zu lernen, denn diese Veränderung passiert nicht über Nacht.

Weißt du was: Ich glaube, das wird was, denn du bist zurück. Du hast den ersten Artikel bis zum Ende gelesen und nun bist du hier. Ich freue mich, wirklich. Ich hätte dich so ungern verloren.

Tipp 1: Stille, deine Freundin

Lerne die Stille aushalten, noch mehr: Dich mit ihr zu verbrüdern.

Es geht nicht darum, schnell zu antworten. Wir sind es nur so sehr gewohnt. Es geht noch weniger darum, die Antwort schon parat zu haben, während die andere noch redet. Auch das tun wir fast alle. Ich ertappe mich als private Anne jedenfalls regelmäßig dabei. (Nicht als Coach, da kann ich Stille aushalten, sehr gut sogar)

Denke daran: Schnelle Antworten sind in 99% der Fälle ungefragte Ratschläge, Platituden oder Antworten, die knapp an der Situation vorbeigehen.

Stille macht effektiv. Stille hilft, nachzudenken und zu fühlen: Um was geht es meiner Gesprächspartnerin wirklich?

Tipp 2: Um was geht es wirklich?

Frage dich: Um was geht es hier? Was hilft jetzt wirklich? Wem nützt es, wenn ich jetzt etwas sage?

Ok, worum geht es wirklich? Nicht immer natürlich, aber sehr oft. Und zumindest dann immer, wenn wir ungehalten auf einen Rat reagieren.

Genau! Es geht darum, dass uns jemand hört. Es geht darum, dass unsere Gesprächspartner uns wirklich sehen. Es geht darum, einmal auszusprechen, was sich im Inneren ausbreitet. Es geht darum, nicht alleine zu sein mit der Traurigkeit, der Verzweiflung und der eigenen Hilflosigkeit. Oder auch mal mit einer Freude, einer Hoffnung, einem Glück. Manchmal möchten wir auch einfach in den Arm genommen werden.

(Uns und wir: Das sind alle Menschen. Uns und wir: Das sind wir, die um etwas trauern, die wir etwas verloren haben)

Tipp 3: Reagiere auf die Gefühle hinter den Worten

Reagiere auf die Gefühle hinter der Aussage. Darum geht es. Immer. (na, ok, fast).

Du darfst unbeholfen sein, keine Angst! Wenn du fühlst, wenn du wirklich helfen möchtest, dann kommt dein Gefühl an. Worte sind zweitrangig.

Du kannst etwas sagen wie: „Das muss solch ein Verlust sein für dich, die Bücher so sehr liebt.“
„Ich will so gerne etwas sagen, was dir hilft, aber ich weiß nicht, was das sein könnte.“

Natürlich kann es schief gehen. Das kann es immer. Bitte gebe dann nicht auf, sondern übe weiter! Es wird immer leichter werden, einzuschätzen, wen du neben dir hast und was gut tun könnte.
Übe immer weiter, auf das Gefühl hinter den Worten zu hören. Darum geht es.

Erst wenn unsere Gefühle gesehen werden, sind wir offen für Ideen

Wenn wir uns nicht gesehen oder gehört fühlen in unseren Gefühlen, sind wir nicht aufnahmefähig. Jede Idee, jede Lösung wird an unseren ungehörten Gefühlen abprallen.

Wenn wir als Mensch mit allen, was zu uns gehört, gesehen werden, dann, erst dann, sind wir offen für gute Ideen und Kommentare und offen für dich, lieber guter Rat, liebe kreative Lösungsidee.

Tipp 4: Biete deine Idee an

Biete deine Idee an. „Willst du sie haben? Dann bekommst du sie.“
„Ich habe eine Idee. Vermutlich hast du auch schon drüber nachgedacht. (Wenn deine Idee eher im normalen Bereich ist, wie „Hey , es gibt Audiobücher“) Willst du sie hören?“

Ja, klar. Sehr gerne. Immer her damit.

Merkst du was passiert? Du veränderst deinen ungefragten Ratschlag in einen gefragten Rat.

Du signalisierst: Ich weiß, du bist informiert und intelligent, ich will dir gerne helfen und denke mit.
Du signalisierst: Ich akzeptiere auch ein Nein, du bestimmst. Es geht mir um dich, nicht um meine Idee.

Du findest dies unnatürlich? Übe!

Ich sehe, du fühlst dich bei der Idee unwohl. Du findest dieses Vorgehen irgendwie umständlich und gedrechselt. Das verstehe ich, es ist so anders, als die meisten von uns spontan kommunizieren. Versuche es einfach! Nach so, sagen wir mal, 10 x tun, fühlt es sich immer besser an. Und weißt du warum? Weil du merkst, dass Menschen sich sehr gerne mit dir austauschen, weil sie dankbar sind für deine Ideen. Weil ihr gemeinsam sprecht und nicht aneinander vorbei.

Danke, lieber Rat, danke liebe Lösungsidee

Lieber Rat, du bist gewollt und wirst geliebt. Du machst mein Leben einfacher, du hilfst, wenn ich nicht weiter weiß. Du gibst mir das Gefühl, nicht alleine zu sein in der Suche nach guten Ideen. Ich danke dir dafür!

Liebe Sehheld*in, liebe Leser*in:

Mich interessiert sehr: Konntest du dich schon ein wenig von dem ungefragten Ratschlag verabschieden? Findest du es schwer? Oder überraschend einfach? Hast du noch keine Ahnung, wie das praktisch gehen soll? Oder nervt es ab un zu? Oder bist du voller Freude, dass du jetzt viel mehr erreichst?

Hast du noch andere Tipps? Was sind deine Erfahrungen? Hinterlasse einen Kommentar für uns alle.

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